Hormontest
Auch: Hormonwerte, Hormonprofil
Ein Hormontest untersucht ausgewählte Botenstoffe und Bindungsproteine im Blut. Je nach Fragestellung gehören Sexualhormone, Steuerhormone, Schilddrüsenwerte oder Cortisol dazu. Sie folgen unterschiedlichen Tages- und Zyklusrhythmen. Ein Hormonprofil kann deshalb nur mit passendem Abnahmezeitpunkt, Beschwerden, Medikamenten und Lebensphase sinnvoll eingeordnet werden; eine universelle Hormonbalance lässt sich daraus nicht ablesen. 1
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Auf dieser Seite
- Welche Werte gehören zu Hormontest?
- Die wichtigsten Unterschiede auf einen Blick
- Wie die Werte gemeinsam gelesen werden
- Welche Umstände die Einordnung verändern
- Im Zusammenhang lesen
- Was für das gesamte Profil wichtig ist
- Ergänzende Werte
- Beschwerden bestimmen die Frage an das Hormonprofil
- Was das Profil beeinflusst
- Vor der Messung beachten
- Bei NOA
- Häufige Fragen
- Quellen
Welche Werte gehören zu Hormontest?
Testosteron
Testosteron im Detail Testosteron wird als Gesamtwert und gegebenenfalls als geschätzter freier Anteil betrachtet. Morgenzeit und Bindungsproteine beeinflussen die Interpretation. 1 1[2][3]
SHBG
SHBG im Detail SHBG transportiert Sexualhormone und verändert die Bedeutung von Gesamtwerten. Seine eigene Konzentration reagiert auf Stoffwechsel und hormonelle Einflüsse. 1 1[2][3]
Cortisol
Cortisol im Detail Cortisol folgt einem ausgeprägten Tagesrhythmus. Ein Vormittagswert misst nicht den gesamten persönlichen Alltagsstress. 4 1[2][3]
Estradiol
Estradiol im Detail Östradiol beschreibt einen wesentlichen Östrogenanteil. Bei Frauen ist die Zyklusphase zentral für die Einordnung. 3 1[2][3]
LH-Wert
LH-Wert im Detail LH vermittelt Steuerinformationen an Eierstöcke und Hoden. Pulsartige Ausschüttung und der Zyklus können Einzelmessungen prägen. 3 1[2][3]
FSH-Wert
FSH-Wert im Detail FSH ergänzt die Beurteilung der Keimdrüsensteuerung. Der Wert misst weder unmittelbar die Eizellzahl noch die Spermienqualität. 3 1[2][3]
Prolaktin
Prolaktin im Detail Prolaktin kann durch Abnahmestress und Medikamente verändert sein. Größere Molekülkomplexe können einen Messwert zusätzlich erklären. 5 1[2][3]
DHEA
DHEA im Detail DHEA-S gibt ergänzende Hinweise auf adrenale Androgenvorstufen. Das Lebensalter beeinflusst den Befund wesentlich. 2 1[2][3]
TSH-Wert
TSH-Wert im Detail TSH zeigt die Anregung der Schilddrüse durch die Hirnanhangsdrüse. Tageszeit und hormoneller Kontext helfen, eine Abweichung zu verstehen. 6 1[2][3]
Die wichtigsten Unterschiede auf einen Blick
| Marker | Was er zeigt | Wann er hilft | Wichtige Grenze |
|---|---|---|---|
| Testosteron im Vergleich | Gesamtes gebundenes und freies Testosteron | Wie viel Hormon befindet sich insgesamt im Blut? | SHBG beeinflusst, wie viel davon frei verfügbar ist. 1 |
| SHBG im Vergleich | Bindungseiweiß für Sexualhormone | Warum passen Gesamthormonwert und freier Anteil nicht zusammen? | Eine hohe Bindung ist für sich keine Hormonstörung. 1 |
| LH-Wert im Vergleich | Steuerhormon für Eisprung und Testosteronbildung | Wie reagiert die hormonelle Steuerung? | Pulsartige Ausschüttung und Zyklusphase beeinflussen den Einzelwert. 3 |
| FSH-Wert im Vergleich | Steuerhormon für Eizellreifung und Spermienbildung | Wie ist das Signal zusammen mit Sexualhormonen zu lesen? | Keine alleinige Messung von Fruchtbarkeit oder Eizellqualität. 3 |
| Estradiol im Vergleich | Wichtiges Östrogen im Blut | Wie passt die Hormonkonzentration zur Lebens- und Zyklusphase? | Eine einzelne Messung beurteilt nicht die gesamte Fruchtbarkeit. 3 |
Die Tabelle lässt sich seitlich scrollen.
Wie die Werte gemeinsam gelesen werden
Hormone wirken in Regelkreisen. Eine übergeordnete Drüse gibt Signale, ein Zielorgan reagiert, und die gebildeten Hormone melden die Situation zurück.
Ein höheres Steuerhormon kann daher eine andere Bedeutung haben als ein höheres Zielhormon. Die Kombination beantwortet mehr als die isolierte Betrachtung. 1[2]
Viele Hormone zirkulieren teilweise an Proteine gebunden. Gesamt- und freie Konzentrationen beschreiben dadurch unterschiedliche Anteile.
Auch eine rechnerische freie Konzentration bleibt eine Schätzung. Bei niedrigen Messbereichen kann die Analytik zusätzlich an Grenzen stoßen. 1[2]
Welche Umstände die Einordnung verändern
Welche Zahl ist üblich? Die Tabellen zeigen veröffentlichte Vergleichsbereiche für die jeweils genannte Untersuchung. Das sind Orientierungsbeispiele aus den genannten Quellen, keine bestätigten Referenzbereiche des NOA-Partnerlabors. Kinder, Schwangerschaft und Hormonbehandlungen benötigen eigene Vergleichswerte.
Labor-Referenzbereich
| Messgröße und Situation | Vergleichswert | Probenmaterial | Quelle |
|---|---|---|---|
| Progesteron — Frauen, Follikelphase | bis 0,3 µg/L | Serum | Labor Becker |
| Progesteron — Frauen, Lutealphase | 1,2–15,9 µg/L | Serum | Labor Becker |
| Progesteron — Frauen, Postmenopause | bis 0,2 µg/L | Serum | Labor Becker |
| Progesteron — Männer | bis 0,2 µg/L | Serum | Labor Becker |
Die Tabelle lässt sich seitlich scrollen.
Nicht für Schwangerschaft; Zyklusphase beachten.
Vergleichswerte der einzelnen Marker
Die ausführlichen Tabellen mit Einheiten, Probenmaterial und Quellen findest du hier:
| Marker | Weiterführende Einordnung |
|---|---|
| Testosteron | Referenzbereiche, Entscheidungskriterien oder methodische Besonderheiten |
| SHBG | Referenzbereiche, Entscheidungskriterien oder methodische Besonderheiten |
| Cortisol | Referenzbereiche, Entscheidungskriterien oder methodische Besonderheiten |
| Estradiol | Referenzbereiche, Entscheidungskriterien oder methodische Besonderheiten |
| LH-Wert | Referenzbereiche, Entscheidungskriterien oder methodische Besonderheiten |
| FSH-Wert | Referenzbereiche, Entscheidungskriterien oder methodische Besonderheiten |
| Prolaktin | Referenzbereiche, Entscheidungskriterien oder methodische Besonderheiten |
| DHEA | Referenzbereiche, Entscheidungskriterien oder methodische Besonderheiten |
| TSH-Wert | Referenzbereiche, Entscheidungskriterien oder methodische Besonderheiten |
Die Tabelle lässt sich seitlich scrollen.
Ein Referenzbereich ist keine persönliche Gesundheitsgrenze. Ein Ergebnis innerhalb des Bereichs schließt nicht jede Erkrankung aus. Eine Abweichung ist allein noch keine Diagnose. Für den Vergleich deines Ergebnisses zählt der passende Bereich auf deinem Laborbefund; für die Einordnung zählen auch Verlauf, Beschwerden und Begleitwerte.
Alter, Geschlecht, Zyklus, Verhütung, Schwangerschaft, Schlaf und Medikamente prägen das Profil. Nicht jede Abweichung erklärt Müdigkeit, Gewicht oder Stimmung.
NOA verbindet die Hormonwerte deshalb mit der konkreten Fragestellung, dem Verlauf und den passenden Stoffwechsel- oder Eiweißbefunden. Eine allgemeine Rangfolge optimaler Hormonwerte wäre dafür ungeeignet. 2[3]
Mehr dazu: Warum Referenzwerte allein nicht ausreichen.
Im Zusammenhang lesen
- Schilddrüsenwerte ergänzt Hormontest um die Perspektive auf TSH.
- Blutzucker ergänzt Hormontest um die Perspektive auf Glukosestoffwechsel.
- Großes Blutbild ergänzt Hormontest um die Perspektive auf kleines Blutbild.
Was für das gesamte Profil wichtig ist
Ergänzende Werte
Progesteron braucht den richtigen Zykluszeitpunkt
Progesteron steigt üblicherweise nach dem Eisprung an und verändert sich innerhalb des Zyklus. Eine passend terminierte Messung kann die Frage nach einem stattgefundenen Eisprung ergänzen. Ein einzelner Wert bewertet jedoch weder die Fruchtbarkeit noch die Qualität der gesamten zweiten Zyklushälfte zuverlässig. 7
Beschwerden bestimmen die Frage an das Hormonprofil
Ein Hormonprofil ist am hilfreichsten, wenn vor der Messung klar ist, welche Veränderung erklärt werden soll. Dieselbe Beschwerde kann hormonelle und andere Ursachen haben. 1[2]
| Situation | Was ergänzt die Einordnung? | Was daraus nicht folgt |
|---|---|---|
| Unregelmäßiger Zyklus | Zykluszeitpunkt, FSH, LH und Estradiol; gegebenenfalls Prolaktin. | Ein Einzelprofil beurteilt die Fruchtbarkeit nicht vollständig. 1[2] |
| Verminderte Libido oder Antrieb | Beschwerden, Medikamente und passend terminierte Hormonmessungen. | Ein einzelner Wert erklärt nicht automatisch das Befinden. 1[2] |
Die Tabelle lässt sich seitlich scrollen.
Was das Profil beeinflusst
Energieverfügbarkeit, Training und Erholung können die Regulation beeinflussen. Daraus ergibt sich jedoch keine Garantie, dass eine einzelne Alltagsänderung jeden auffälligen Hormonwert korrigiert.
Präparate mit hormoneller Wirkung gehören vollständig in die Anamnese. Die Seite leitet daraus keine Hormonbehandlung ab. 5[6]
Vor der Messung beachten
Die Vorbereitung wird auf die untersuchten Hormone abgestimmt. Testosteron wird morgens vor 10 Uhr erhoben; bei Frauen werden Zyklusphase und Verhütung dokumentiert.
Für Cortisol zählt auch die Aufwachzeit, für Prolaktin die Ruhe vor der Abnahme. Die Nüchternvorgaben hängen vom gesamten Untersuchungsauftrag ab. 1
Bei NOA
Die zum Thema Hormontest gehörenden Messungen gehören zu NOA Core und Zusatzpanel Hormonbalance; berechnete Werte sind dort gesondert erklärt. Die Biomarker-Übersicht bündelt die Werte, und über NOA kennenlernen findest du den Einstieg.
Häufige Fragen
Gibt es einen gemeinsamen Normwert für Hormontest?
Die enthaltenen Untersuchungen erfassen unterschiedliche Vorgänge und besitzen jeweils eigene Einflussfaktoren. Deshalb wird jeder Einzelwert mit seinem Probenmaterial, der Fragestellung und dem Verlauf eingeordnet.
Kann ein Hormontest die Ursache meiner Müdigkeit eindeutig zeigen?
Müdigkeit hat viele mögliche körperliche und psychische Ursachen. Ein Hormonprofil kann eine gezielte Frage ergänzen, erklärt Beschwerden aber nicht automatisch vollständig. Laborwerte und klinische Vorgeschichte müssen deshalb zusammenpassen.
Muss ich für Hormontest nüchtern sein?
Die Vorbereitung wird auf die untersuchten Hormone abgestimmt. Testosteron wird morgens vor 10 Uhr erhoben; bei Frauen werden Zyklusphase und Verhütung dokumentiert.
Quellen
- Jayasena et al. (2023). Standardising the biochemical confirmation of adult male hypogonadism; a joint position statement by the Society for Endocrinology and Association of Clinical Biochemistry and Laboratory Medicine. Annals of clinical biochemistry. PMID 37391940. DOI 10.1177/00045632231179022.
- Elhassan et al. (2025). Society for Endocrinology Clinical Practice Guideline for the Evaluation of Androgen Excess in Women. Clinical endocrinology. PMID 40364581. DOI 10.1111/cen.15265.
- Jayasena et al. (2024). Society for endocrinology guideline for understanding, diagnosing and treating female hypogonadism. Clinical endocrinology. PMID 39031660. DOI 10.1111/cen.15097.
- Vega-Beyhart et al. (2023). Cortisol: Analytical and clinical determinants. Advances in clinical chemistry. PMID 36858647. DOI 10.1016/bs.acc.2022.11.005.
- Glezer et al. (2024). Diagnosis of hyperprolactinemia in women: A Position Statement from the Brazilian Federation of Gynecology and Obstetrics Associations (Febrasgo) and the Brazilian Society of Endocrinology and Metabolism (SBEM). Archives of endocrinology and metabolism. PMID 38578472. DOI 10.20945/2359-4292-2023-0502.
- Van Uytfanghe et al. (2023). Thyroid Stimulating Hormone and Thyroid Hormones (Triiodothyronine and Thyroxine): An American Thyroid Association-Commissioned Review of Current Clinical and Laboratory Status. Thyroid : official journal of the American Thyroid Association. PMID 37655789. DOI 10.1089/thy.2023.0169.
- Practice Committee of the American Society for Reproductive Medicine and Practice Committee of the Society for Reproductive Endocrinology and Infertility et al. (2026). Diagnosis and treatment of luteal phase deficiency: a Committee Opinion. Fertility and sterility. PMID 42414147. DOI 10.1016/j.fertnstert.2026.06.014.