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HOMA-Index

Auch: HOMA-IR, Nüchterninsulin, Insulinwert, QUICKI

Der HOMA-Index, auch HOMA-IR, ist ein aus Nüchterninsulin und Nüchternblutzucker berechneter Hinweis auf die Insulinwirkung. Der Insulinwert zeigt dabei die Konzentration des blutzuckerregulierenden Hormons. Weitere Schätzmodelle wie QUICKI betrachten ähnliche Zusammenhänge. Diese Indizes ergänzen die Stoffwechselbeurteilung und ersetzen keine eigenständige Diagnose einer Insulinresistenz oder eines Diabetes. 1

HOMA-Index ist in der NOA-Mitgliedschaft enthalten.

Du kannst den Wert bei NOA messen lassen, zusammen mit über 100 weiteren Werten aus einer Blutabnahme. Im Arztgespräch ordnet eine Ärztin oder ein Arzt sie gemeinsam mit dir ein. 299 € pro Jahr.

Auf dieser Seite
  1. Was misst HOMA-Index?
  2. Was kann ein erhöhter Wert bedeuten?
  3. Was kann ein niedriger Wert bedeuten?
  4. Referenzbereiche und Einordnung
  5. Im Zusammenhang lesen
  6. Berechnete Werte
  7. Was die Forschung dazu zeigt
  8. Ein Blick in die Forschung
  9. Was den Wert beeinflusst
  10. Vor der Messung beachten
  11. Bei NOA
  12. Häufige Fragen
  13. Quellen

Was misst HOMA-Index?

Insulin wird in der Bauchspeicheldrüse gebildet und hilft, Glukose in Gewebe aufzunehmen sowie die Glukosefreisetzung der Leber zu regulieren. Ein nüchterner Insulinwert zeigt den dafür benötigten hormonellen Einsatz im Ruhezustand.

Die Aussage entsteht erst zusammen mit der gleichzeitig gemessenen Glukose. Eine direkte Messung der Insulinempfindlichkeit ist damit nicht verbunden. 1

Was kann ein erhöhter Wert bedeuten?

Höheres Nüchterninsulin kann entstehen, wenn der Körper eine verminderte Insulinwirkung ausgleicht. Nach einer Mahlzeit wäre ein Anstieg hingegen erwartbar.

Auch Medikamente und die Labormethode verändern die Interpretation. Ein hoher HOMA-Index allein bestätigt keine bestimmte Erkrankung. 1

Was kann ein niedriger Wert bedeuten?

Niedrigeres Insulin kann bei guter Insulinempfindlichkeit und niedrigerem Glukoseangebot auftreten. In Kombination mit höherer Glukose kann es aber eine andere Bedeutung haben, etwa eine eingeschränkte Insulinbildung. Deshalb lässt sich der Wert weder isoliert als gut noch als schlecht bewerten. 1

Referenzbereiche und Einordnung

Welche Zahl ist üblich? Die Tabellen zeigen veröffentlichte Vergleichsbereiche für die jeweils genannte Untersuchung. Das sind Orientierungsbeispiele aus den genannten Quellen, keine bestätigten Referenzbereiche des NOA-Partnerlabors. Kinder, Schwangerschaft und Hormonbehandlungen benötigen eigene Vergleichswerte.

Labor-Referenzbereich

Messgröße und SituationVergleichswertProbenmaterialQuelle
Insulin — Erwachsene2–23 mU/LSerumLabor Becker

Die Tabelle lässt sich seitlich scrollen.

Laborbezogene Bewertung

Messgröße und SituationVergleichswertProbenmaterialQuelle
HOMA-IR — Erwachsene> 2 dimensionslosBerechnet aus Nüchtern-Insulin und Nüchtern-GlukoseLabor Becker

Die Tabelle lässt sich seitlich scrollen.

Insulin und HOMA-IR sind verschiedene Angaben. Der Insulinbereich stammt aus einem bestimmten Labortest. Die HOMA-Schwelle ist eine laborbezogene Orientierung für HOMA1 aus Nüchternwerten; sie ist weder eine universelle Diagnosegrenze noch auf HOMA2 übertragbar.

Ein Referenzbereich ist keine persönliche Gesundheitsgrenze. Ein Ergebnis innerhalb des Bereichs schließt nicht jede Erkrankung aus. Eine Abweichung ist allein noch keine Diagnose. Für den Vergleich deines Ergebnisses zählt der passende Bereich auf deinem Laborbefund; für die Einordnung zählen auch Verlauf, Beschwerden und Begleitwerte.

Nüchternzeit, akute Erkrankungen, Stress und die verwendete Insulinmessmethode beeinflussen den HOMA-Index. Für die verschiedenen Formeln gibt es keine beliebig austauschbaren Ergebnisse.

Modelle aus bestimmten Studienpopulationen lassen sich zudem nur eingeschränkt auf andere Gruppen übertragen. NOA ordnet HOMA-Index im Verlauf und im Zusammenhang mit den unten verlinkten Begleitwerten ein. 1

Für weitere im Beitrag genannte Quotienten, Scores oder Profilvarianten gelten eigene methodische Voraussetzungen. Aus den Zahlen der Tabelle lässt sich dafür kein allgemeiner Normalbereich ableiten.

Mehr dazu: Warum Referenzwerte allein nicht ausreichen.

Im Zusammenhang lesen

MarkerWas er zeigtWann er hilftWichtige Grenze
NüchterninsulinInsulinkonzentration im NüchternzustandWie viel Insulin begleitet den aktuellen Blutzucker?Für sich allein kein verlässlicher Test auf Insulinresistenz. 1
Glukose im VergleichBlutzucker zum Zeitpunkt der AbnahmeWie hoch ist der aktuelle Nüchternblutzucker?Zeigt keinen Durchschnitt über mehrere Wochen. 1
HbA1c im VergleichVerzuckerung des roten BlutfarbstoffsWie war die Zuckerbelastung der letzten Wochen?Veränderte Lebensdauer der Blutzellen kann das Ergebnis verschieben. 1
Triglyceride im VergleichTransportierte energiereiche FetteWie reagieren Blutfette auf Nahrung und Stoffwechsel?Mahlzeiten und Alkohol können den Wert rasch verändern. 2

Die Tabelle lässt sich seitlich scrollen.

Den Überblick über das Thema findest du unter Blutzucker.

Berechnete Werte

HOMA-IR

HOMA-IR verbindet gleichzeitig gemessenes Nüchterninsulin und Glukose über ein Modell der basalen Stoffwechselregulation. Der Index schätzt Insulinresistenz und ist keine direkte Messung der Insulinwirkung im gesamten Körper. Unterschiedliche Modellversionen und Insulinmethoden müssen bei Vergleichen berücksichtigt werden. 3[1]

HOMA-Beta

HOMA-Beta nutzt ebenfalls Nüchterninsulin und Glukose im Befund und schätzt die basale Funktion der insulinbildenden Betazellen. Die Modellzahl misst weder deren Anzahl noch eine dauerhaft verfügbare Reserve. Besonders bei stark veränderter Glukose, Erkrankung oder externer Insulinzufuhr sind die Modellannahmen eingeschränkt. 3

QUICKI

QUICKI ist ein Index aus logarithmierten nüchternen Insulin- und Glukosewerten. Er betrachtet Insulinempfindlichkeit mit einer anderen mathematischen Darstellung als HOMA-IR. Auch dieser Index benötigt standardisierte Abnahmebedingungen und lässt sich nicht unabhängig von seinen Eingangsmessungen interpretieren. 3

METS-IR

METS-IR kombiniert Glukose als Eingangswert, Triglyzeride, HDL-Cholesterin und den aus Größe und Gewicht berechneten BMI. Eine Insulinmessung geht in diese Formel nicht ein. Das Modell wurde zur Abschätzung von Insulinempfindlichkeit entwickelt; seine Übertragbarkeit hängt von der untersuchten Population ab. 4

SPISE

SPISE nutzt Triglyzeride im Befund, HDL-Cholesterin im Befund und BMI zur Schätzung der Insulinempfindlichkeit. Es wurde gegen eine aufwendigere Stoffwechselmessung geprüft. Die ursprüngliche Entwicklung in bestimmten Bevölkerungsgruppen begrenzt eine universelle Interpretation, insbesondere ohne Kenntnis der Eingangsdaten. 5

Was die Forschung dazu zeigt

Aktuelle Übersichten vergleichen mehrere indirekte Verfahren zur Abschätzung der Insulinempfindlichkeit. Unterschiede bei Population, Abnahme und Analytik begrenzen die Austauschbarkeit.

Eine ähnliche Modellzahl kann deshalb aus unterschiedlichen Stoffwechselsituationen entstehen. Auch bei regelmäßigem Sport wird ein HOMA-Ergebnis gemeinsam mit den direkt gemessenen Werten beurteilt. 3[1]

Ein Blick in die Forschung

„The low precision of the estimates from the model“

Deutsche Übersetzung des Auszugs: „Die geringe Präzision der Schätzungen aus dem Modell“

Matthews et al. (1985), Diabetologia. 6

Bereits die ursprüngliche HOMA-Arbeit beschrieb Grenzen der Genauigkeit. HOMA-IR ist eine Schätzung aus Nüchternwerten und kein direkt gemessener Insulinresistenzwert. 6

Was den Wert beeinflusst

Regelmäßige Bewegung und eine bedarfsgerechte Ernährung können die Insulinempfindlichkeit beeinflussen. Körperzusammensetzung, Schlaf und die individuelle Stoffwechselsituation bestimmen den Effekt mit. Ein berechneter Index sollte nicht zum Anlass werden, Mahlzeiten oder Training kurzfristig nur für einen besseren Laborwert zu verändern. 1

Vor der Messung beachten

Für HOMA-IR und QUICKI müssen Insulin und Glukose nach standardisierter Nahrungspause gemeinsam bestimmt werden. Ein nicht nüchterner Insulinwert lässt sich dafür nicht zuverlässig verwenden. Bei akuter Erkrankung oder unter einer Insulinbehandlung muss die Aussage der Berechnung besonders kritisch geprüft werden. 1

Bei NOA

Nüchterninsulin wird im NOA Core gemessen; HOMA-Index und die weiteren Modelle werden aus ihren jeweiligen Eingangswerten berechnet. Die Biomarker-Übersicht zeigt den Zusammenhang; über NOA kennenlernen kannst du starten.

Häufige Fragen

Welcher Wert ist bei HOMA-Index normal?

Nüchternzeit, akute Erkrankungen, Stress und die verwendete Insulinmessmethode beeinflussen den HOMA-Index. Für die verschiedenen Formeln gibt es keine beliebig austauschbaren Ergebnisse. 1

Ist der HOMA-Index ein Diabetes-Test?

Der HOMA-Index schätzt einen Aspekt der Insulinwirkung aus nüchternen Laborwerten. Für die Diabetesdiagnostik werden etablierte Glukose- und Langzeitzuckerkriterien verwendet. Ein auffälliger HOMA-Befund braucht daher eine Einordnung im Gesamtbild. 1

Was muss ich vor der Messung von HOMA-Index beachten?

Für HOMA-IR und QUICKI müssen Insulin und Glukose nach standardisierter Nahrungspause gemeinsam bestimmt werden. Ein nicht nüchterner Insulinwert lässt sich dafür nicht zuverlässig verwenden. 1

Quellen

  1. Sacks et al. (2023). Guidelines and Recommendations for Laboratory Analysis in the Diagnosis and Management of Diabetes Mellitus. Diabetes care. PMID 37471273. DOI 10.2337/dci23-0036.
  2. Ginsberg et al. (2021). Triglyceride-rich lipoproteins and their remnants: metabolic insights, role in atherosclerotic cardiovascular disease, and emerging therapeutic strategies-a consensus statement from the European Atherosclerosis Society. European heart journal. PMID 34472586. DOI 10.1093/eurheartj/ehab551.
  3. Moriyama et al. (2025). Mini-review on insulin resistance assessment: Advances in surrogate indices and clinical applications. World journal of clinical cases. PMID 40933937. DOI 10.12998/wjcc.v13.i29.108380.
  4. Bello-Chavolla et al. (2018). METS-IR, a novel score to evaluate insulin sensitivity, is predictive of visceral adiposity and incident type 2 diabetes. European journal of endocrinology. PMID 29535168. DOI 10.1530/EJE-17-0883.
  5. Paulmichl et al. (2016). Modification and Validation of the Triglyceride-to-HDL Cholesterol Ratio as a Surrogate of Insulin Sensitivity in White Juveniles and Adults without Diabetes Mellitus: The Single Point Insulin Sensitivity Estimator (SPISE). Clinical chemistry. PMID 27471037. DOI 10.1373/clinchem.2016.257436.
  6. Matthews et al. (1985). Homeostasis model assessment: insulin resistance and beta-cell function from fasting plasma glucose and insulin concentrations in man. Diabetologia. PMID 3899825. DOI 10.1007/BF00280883.