ALT-Wert
Auch: GPT, ALT, Alanin-Aminotransferase
Der ALT-Wert, auch GPT oder Alanin-Aminotransferase, misst die Aktivität eines Enzyms, das besonders in Leberzellen vorkommt. Eine höhere Aktivität im Blut kann auf eine Zellbelastung hinweisen. Der Wert gehört zur Abklärung der Lebergesundheit, zeigt aber allein weder die genaue Ursache noch zuverlässig das Ausmaß einer Fettleber oder Vernarbung. 1
Du kannst den Wert bei NOA messen lassen, zusammen mit über 100 weiteren Werten aus einer Blutabnahme. Im Arztgespräch ordnet eine Ärztin oder ein Arzt sie gemeinsam mit dir ein. 299 € pro Jahr.
Auf dieser Seite
Was misst ALT-Wert?
ALT unterstützt Stoffwechselreaktionen innerhalb von Zellen. Gelangt bei einer Zellschädigung mehr Enzym ins Blut, steigt die gemessene Aktivität. 1
Was kann ein erhöhter Wert bedeuten?
Stoffwechselassoziierte Leberverfettung, Alkohol, Medikamente und Infektionen können ALT erhöhen. Auch körperliche Belastung kann mitwirken. 1
Was kann ein niedriger Wert bedeuten?
Ein niedriger ALT-Wert hat isoliert häufig keine eigenständige Bedeutung. Er ist kein Beweis einer besonders leistungsfähigen Leber. 1
Referenzbereiche und Einordnung
Welche Zahl ist üblich? Die Tabellen zeigen veröffentlichte Vergleichsbereiche für die jeweils genannte Untersuchung. Das sind Orientierungsbeispiele aus den genannten Quellen, keine bestätigten Referenzbereiche des NOA-Partnerlabors. Kinder, Schwangerschaft und Hormonbehandlungen benötigen eigene Vergleichswerte.
Labor-Referenzbereich
| Messgröße und Situation | Vergleichswert | Probenmaterial | Quelle |
|---|---|---|---|
| ALT / GPT — Frauen, erwachsen | bis 35 U/L | Serum | Labor Becker |
| ALT / GPT — Männer, erwachsen | bis 50 U/L | Serum | Labor Becker |
Die Tabelle lässt sich seitlich scrollen.
Ein Referenzbereich ist keine persönliche Gesundheitsgrenze. Ein Ergebnis innerhalb des Bereichs schließt nicht jede Erkrankung aus. Eine Abweichung ist allein noch keine Diagnose. Für den Vergleich deines Ergebnisses zählt der passende Bereich auf deinem Laborbefund; für die Einordnung zählen auch Verlauf, Beschwerden und Begleitwerte.
Geschlecht, Körperzusammensetzung, Alkohol, Training und Medikamente beeinflussen ALT. Die Enzymaktivität unterscheidet sich außerdem je nach Zeitpunkt innerhalb eines Krankheitsverlaufs. NOA ordnet ALT-Wert im Verlauf und im Zusammenhang mit den unten verlinkten Begleitwerten ein. 1
Für weitere im Beitrag genannte Quotienten, Scores oder Profilvarianten gelten eigene methodische Voraussetzungen. Aus den Zahlen der Tabelle lässt sich dafür kein allgemeiner Normalbereich ableiten.
Mehr dazu: Warum Referenzwerte allein nicht ausreichen.
Im Zusammenhang lesen
| Marker | Was er zeigt | Wann er hilft | Wichtige Grenze |
|---|---|---|---|
| ALT-Wert | Enzymaktivität mit Schwerpunkt auf Leberzellen | Gibt es Hinweise auf eine Belastung oder Schädigung von Leberzellen? | Misst nicht die gesamte Leistungsfähigkeit der Leber. 1 |
| GOT im Vergleich | Enzymaktivität aus Leber, Muskeln und weiteren Geweben | Könnte auch die Muskulatur zum Enzymanstieg beitragen? | Die Herkunft lässt sich aus AST allein nicht erkennen. 1 |
| Gamma GT im Vergleich | Enzymaktivität mit Bezug zu Leber und Gallenwegen | Spricht eine erhöhte alkalische Phosphatase für eine Leberbeteiligung? | Kein eindeutiger Alkoholnachweis. 1 |
Die Tabelle lässt sich seitlich scrollen.
- Triglyceride ergänzend lesen Triglyzeride zeigen einen dynamischen Teil des Fett- und Energiestoffwechsels.
- HOMA-Index ergänzend lesen Insulin ergänzt die Betrachtung der hormonellen Zuckerregulation.
Den Überblick über das Thema findest du unter Leberwerte.
Berechnete Werte
Hepatischer Steatose-Index (HSI)
Der HSI als Fettleber-Index kombiniert das Verhältnis von ALT zu AST mit BMI sowie Angaben zu Geschlecht und Diabetes. Der Index schätzt die Wahrscheinlichkeit einer Leberverfettung in dafür untersuchten Gruppen. 2[3]
Was der Vergleich für dich bedeutet
Die ACG-Leitlinie unterscheidet Muster aus Leberzell-Enzymen und Werten des Galleabflusses. ALT und AST liefern dabei eine andere Perspektive als alkalische Phosphatase und Bilirubin. Die Kombination grenzt mögliche Ursachen besser ein als ALT allein. 4
Weitere Messgrößen im Befund
ALT/AST-Quotient
Der Quotient teilt die ALT-Aktivität durch die AST-Aktivität. Er ist bei gleichen Eingangswerten der Kehrwert des De-Ritis-Verhältnisses und darf nicht mit diesem verwechselt werden. Beide Verhältnisse brauchen den Bezug zu den einzelnen Enzymwerten und deren möglichen Quellen. 4
Was den Wert beeinflusst
Bewegung, eine bedarfsgerechte Ernährung und weniger Alkohol können bei bestimmten Ursachen die Lebergesundheit unterstützen. Der Effekt hängt von der tatsächlichen Ursache ab. 1
Vor der Messung beachten
Für ALT allein ist Fasten meist nicht erforderlich. Dokumentiere Alkohol, Medikamente, Supplemente und intensive sportliche Belastung. 1
Bei NOA
ALT-Wert wird im NOA Core gemessen, die ergänzenden Indizes werden aus den beschriebenen Eingangswerten abgeleitet. Die Biomarker-Übersicht zeigt den Zusammenhang; über NOA kennenlernen kannst du starten.
Häufige Fragen
Welcher Wert ist bei ALT-Wert normal?
Geschlecht, Körperzusammensetzung, Alkohol, Training und Medikamente beeinflussen ALT. Die Enzymaktivität unterscheidet sich außerdem je nach Zeitpunkt innerhalb eines Krankheitsverlaufs. 1
Schließt ein unauffälliger ALT-Wert eine Fettleber aus?
Eine Leberverfettung kann auch bei wenig auffälligen Enzymwerten vorliegen. ALT misst eine Zellreaktion und nicht direkt den Fettanteil der Leber. 1
Was muss ich vor der Messung von ALT-Wert beachten?
Für ALT allein ist Fasten meist nicht erforderlich. Dokumentiere Alkohol, Medikamente, Supplemente und intensive sportliche Belastung. 1
Quellen
- R et al. (2024). Approach to Abnormal Liver Biochemistries in the Primary Care Setting. Cureus. PMID 38646392. DOI 10.7759/cureus.56541.
- Lee et al. (2010). Hepatic steatosis index: a simple screening tool reflecting nonalcoholic fatty liver disease. Digestive and liver disease : official journal of the Italian Society of Gastroenterology and the Italian Association for the Study of the Liver. PMID 19766548. DOI 10.1016/j.dld.2009.08.002.
- European Association for the Study of the Liver (EASL) et al. (2024). EASL-EASD-EASO Clinical Practice Guidelines on the management of metabolic dysfunction-associated steatotic liver disease (MASLD). Journal of hepatology. PMID 38851997. DOI 10.1016/j.jhep.2024.04.031.
- Kwo et al. (2017). ACG Clinical Guideline: Evaluation of Abnormal Liver Chemistries. The American journal of gastroenterology. PMID 27995906. DOI 10.1038/ajg.2016.517.