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Löslicher Transferrinrezeptor

Auch: sTfR, Ferritin-Index

Löslicher Transferrinrezeptor, kurz sTfR, bezeichnet ein Blutmarker für den Eisenbedarf von Zellen und die Aktivität der roten Blutbildung. Er kann die Abklärung eines Eisenmangels ergänzen, besonders wenn Entzündung den Speicherwert schwer interpretierbar macht. Der Ferritin-Index kombiniert sTfR mit Ferritin, bleibt aber von Messverfahren und klinischer Situation abhängig. 1

Löslicher Transferrinrezeptor kannst du bei NOA messen lassen.

Der Wert gehört zum Zusatzpaket Performance, das du zur NOA-Mitgliedschaft dazubuchen kannst. Im Arztgespräch wird er zusammen mit deinen übrigen Werten eingeordnet.

Auf dieser Seite
  1. Was misst Löslicher Transferrinrezeptor?
  2. Was kann ein erhöhter Wert bedeuten?
  3. Was kann ein niedriger Wert bedeuten?
  4. Referenzbereiche und Einordnung
  5. Im Zusammenhang lesen
  6. Berechnete Werte
  7. Ein Blick in die Forschung
  8. Was den Wert beeinflusst
  9. Vor der Messung beachten
  10. Bei NOA
  11. Häufige Fragen
  12. Quellen

Was misst Löslicher Transferrinrezeptor?

Zellen nehmen Eisen über Transferrinrezeptoren auf. Ein Teil dieser Rezeptoren gelangt in löslicher Form ins Blut. 1

Was kann ein erhöhter Wert bedeuten?

Höhere Werte können bei Eisenmangel oder gesteigerter roter Blutbildung vorkommen. Ein Anstieg beweist deshalb nicht allein leere Eisenspeicher. 1

Was kann ein niedriger Wert bedeuten?

Niedrigere Werte können mit einer geringeren Aktivität der roten Blutbildung zusammenhängen. Eine isolierte Abweichung hat häufig weniger Aussagekraft als die gemeinsame Betrachtung mit einer möglichen Blutarmut. 1

Referenzbereiche und Einordnung

Welche Zahl ist üblich? Die Tabellen zeigen veröffentlichte Vergleichsbereiche für die jeweils genannte Untersuchung. Das sind Orientierungsbeispiele aus den genannten Quellen, keine bestätigten Referenzbereiche des NOA-Partnerlabors. Kinder, Schwangerschaft und Hormonbehandlungen benötigen eigene Vergleichswerte.

Labor-Referenzbereich

Messgröße und SituationVergleichswertProbenmaterialQuelle
Löslicher Transferrinrezeptor — Erwachsene1,71–4,13 mg/LSerumLabor Becker

Die Tabelle lässt sich seitlich scrollen.

Ein Referenzbereich ist keine persönliche Gesundheitsgrenze. Ein Ergebnis innerhalb des Bereichs schließt nicht jede Erkrankung aus. Eine Abweichung ist allein noch keine Diagnose. Für den Vergleich deines Ergebnisses zählt der passende Bereich auf deinem Laborbefund; für die Einordnung zählen auch Verlauf, Beschwerden und Begleitwerte.

Die Aktivität des Knochenmarks und die verwendete sTfR-Methode beeinflussen den Befund. sTfR ist gegenüber Entzündung häufig weniger empfindlich als Ferritin, aber nicht unabhängig von allen Begleiterkrankungen. Für den Ferritin-Index muss die verwendete Formel zum Laborverfahren passen. NOA ordnet Löslicher Transferrinrezeptor im Verlauf und im Zusammenhang mit den unten verlinkten Begleitwerten ein. 1

Für weitere im Beitrag genannte Quotienten, Scores oder Profilvarianten gelten eigene methodische Voraussetzungen. Aus den Zahlen der Tabelle lässt sich dafür kein allgemeiner Normalbereich ableiten.

Mehr dazu: Warum Referenzwerte allein nicht ausreichen.

Im Zusammenhang lesen

MarkerWas er zeigtWann er hilftWichtige Grenze
Löslicher TransferrinrezeptorHinweis auf Eisenbedarf und Aktivität der BlutbildungHilft, wenn Entzündung die Ferritinbewertung erschwertAuch gesteigerte Blutbildung kann den Wert erhöhen. 1
Ferritin im VergleichHinweis auf gespeichertes EisenSind die Eisenspeicher vermindert?Entzündung kann den Wert trotz Eisenmangel erhöhen. 1
Eisenwert im VergleichAktuell im Serum transportiertes EisenWie viel Eisen ist zum Messzeitpunkt unterwegs?Schwankt und eignet sich allein schlecht zur Speicherbeurteilung. 1

Die Tabelle lässt sich seitlich scrollen.

Den Überblick über das Thema findest du unter Eisenmangel-Test.

Berechnete Werte

Ferritin-Index

Der Ferritin-Index setzt den löslichen Transferrinrezeptor ins Verhältnis zum Logarithmus von Ferritin im Befund. Er soll die gemeinsame Einordnung von Eisenbedarf, Speichern und Entzündung unterstützen. 2[1]

Ein Blick in die Forschung

„The most important determinant of sTfR levels appears to be marrow erythropoietic activity“

Deutsche Übersetzung des Auszugs: „Der wichtigste Einfluss auf sTfR-Werte scheint die Aktivität der roten Blutbildung im Knochenmark zu sein“

Beguin et al. (2003), Clinica chimica acta; international journal of clinical chemistry. 3

Die Grundlagenübersicht zeigt, warum sTfR mehr als Eisenmangel abbildet. Auch eine verstärkte Neubildung roter Blutkörperchen kann den Wert erhöhen. 3

Was den Wert beeinflusst

Blutverluste, Eisenversorgung und Erkrankungen der Blutbildung sind relevanter als kurzfristige Ernährungsschwankungen. Eine Veränderung nach einer Behandlung kann die Knochenmarkreaktion mitabbilden. 1

Vor der Messung beachten

Für sTfR allein ist meist keine besondere Nahrungspause erforderlich. Halte aktuelle Behandlungen, Blutspenden und Infekte fest. 1

Bei NOA

Löslicher Transferrinrezeptor wird im Zusatzpanel Performance gemessen, die ergänzenden Indizes werden aus den beschriebenen Eingangswerten abgeleitet. Die Biomarker-Übersicht zeigt den Zusammenhang; über NOA kennenlernen kannst du starten.

Häufige Fragen

Welcher Wert ist bei Löslicher Transferrinrezeptor normal?

Die Aktivität des Knochenmarks und die verwendete sTfR-Methode beeinflussen den Befund. sTfR ist gegenüber Entzündung häufig weniger empfindlich als Ferritin, aber nicht unabhängig von allen Begleiterkrankungen. Für den Ferritin-Index muss die verwendete Formel zum Laborverfahren passen. 1

Ist sTfR bei Entzündung aussagekräftiger als Ferritin?

sTfR kann ergänzen, weil Ferritin bei Entzündung ansteigt. Der Rezeptorwert wird aber auch durch die Blutbildungsaktivität beeinflusst. 1

Was muss ich vor der Messung von Löslicher Transferrinrezeptor beachten?

Für sTfR allein ist meist keine besondere Nahrungspause erforderlich. Halte aktuelle Behandlungen, Blutspenden und Infekte fest. 1

Quellen

  1. Iolascon et al. (2024). Recommendations for diagnosis, treatment, and prevention of iron deficiency and iron deficiency anemia. HemaSphere. PMID 39011129. DOI 10.1002/hem3.108.
  2. Rusch et al. (2023). Diagnosing iron deficiency: Controversies and novel metrics. Best practice & research. Clinical anaesthesiology. PMID 39764832. DOI 10.1016/j.bpa.2023.11.001.
  3. Beguin et al. (2003). Soluble transferrin receptor for the evaluation of erythropoiesis and iron status. Clinica chimica acta; international journal of clinical chemistry. PMID 12589962. DOI 10.1016/s0009-8981(03)00005-6.